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IM NETZ |
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| Ausgabe: Oberland vom
30.3.2005 |
| Hier: PDF-Datei 1,1 MByte |
Grafen, Bankiers und Industrielle als Besitzer
Bergbauexperte ging auf Zeitreise
Der Geologe Christian Wolkersdorfer beleuchtete im Rahmen
eines Vortrages kürzlich Bedeutung und Hintergründe des Bergbaus im
Außerfern.
LERMOOS (erp). Einen interessanten Vortrag hielt Christian
Wolkersdorfer, Geologe an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, der
ältesten noch existierende Bergakademie der Welt, kürzlich in Lermoos. Der
gebürtige Ehrwalder befasst sich seit über 20 Jahren mit dem Bergbau im
Außerfern.
Vor etwa 500 Jahren begann im westlichen Teil des Mieminger
Gebirges ein Bergbau auf Silber, Galmei und Blei, der bis ins Jahr 1921
andauerte. Bedeu-tendster Bergbaubetrieb war dabei das Bergwerk Silberleithe,
das im Verlauf von etwa 500 Jahren nahezu 70 horizontale bzw. vertikale
Grubenkilometer schaffte und in seiner Blütezeit etwa 150 Bergleute
beschäftigte. Aber auch in Ehrwald und in Lermoos gab es kleinere Bergwerke, die
seit dem Ende des Mittelalters Erz abbauten. Das Erz wurde zunächst ins
Unterinntal transportiert, aber auch nach Schlesien, Belgien und ins Rheinland
verkauft. Das Ausmaß und die bloße Existenz des größten Abbaubetriebes im
Außerfern ist fast vollständig in Vergessenheit geraten. Welch wirtschaftliches
Geflecht sich mit Grafen, Privatbankiers und Großindustriellen im 500-jährigen
Bestehen der Gewerkschaft Silberleithe ergeben haben, wurde durch den Vortrag
beleuchtet.
Bis ins Jahr 1880 kamen die Besitzer vor allem aus adeligen
Familien Tirols, darunter die Grafen Lodron oder Enzenberg sowie die Großhändler
Kapferer aus Innsbruck oder die Kirch zu Sterzing.
Zwischen 1880 und 1940 bestimmten deutsche Großindustrielle
die Geschicke des Bergbaues. Dazu bedienten sie sich der Erfahrung von
international ausgewiesenen Experten.

| Christian Wolkersdorfer referierte in Lermoos. Foto:
Papp |