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Gestein
aus den Tiefen der Erde – Der Ehrwaldit
von Christian Wolkersdorfer
Im Jahr 1866 entdeckte der Heimatautor
und Naturwissenschaftler Adolf Pichler, dessen Vater Zöllner an der Schanz war, im Lehnbachgraben („Wildbachstufe“)
ein wissenschaftlich bis dato unbekanntes schwarzes, porphyrähnliches
Gestein, dem er später den Namen Ehrwaldit gab.
Ehrwaldit kommt nicht nur im Lehnbachgraben vor, wie oft geglaubt
wird, sondern auch am Südabbruch des Wettersteins, östlich der Birkkarspitze
im Karwendel und südlich von Imst. Üblicherweise sind die Gesteinsgänge
ein bis zwei Meter dick und in die jüngeren Kalksteine und Kieselkalke
des oberen Jura eingedrungen, doch meist liegen in den Bächen nur
noch kleinere, gut gerundete Bruchstück von Mandel- oder Faustgröße.
An der mineralogischen Zusammensetzung des feinkörnigen Teils
im Ehrwaldit sind Augit, Olivin, Kersantit, Chlorit, Analcim, Natrolit
und Biotit beteiligt,
wohingegen die größeren Minerale Klinopyroxen, Olivin
und Aluminium-Spinell sind. Wie die chemischen Analysen zeigen, besteht
der Ehrwaldit aus 39 Prozent Siliziumdioxid, 12 Prozent Magnesiumoxid,
13 Prozent Calciumoxid,
11 Prozent Eisenoxiden,
3 Prozent Titanoxid, 2 Prozent Di-Natriumoxid und einigen Spurenelementen. Ähnlichkeiten
mit dem Ehrwaldit, der in 80 Kilometer Tiefe aus glutflüssigem
Gestein des Erdmantels entstandenen ist, haben Gesteine in Südostaustralien
oder Hawaii.
Lange Zeit war unter Geologen umstritten, zu welchem Zeitpunkt die Ehrwaldite
in die umgebenden Gesteine eingedrungen sind. Daher wurde mit der Kalium/Argon
Methode das Gesteinsalter bestimmt und ein Ergebnis von etwa 99 Millionen
Jahren erhalten. Zu diesem Zeitpunkt lag der obere hellere Bereich des
Wettersteinmassivs noch nicht auf den unteren dunklen Gesteinsschichten,
in denen die Ehrwaldite vorkommen. Folglich hatte die Gebirgsbildung noch
nicht eingesetzt.
Einige sehr schöne Exemplare Ehrwaldit sind im Ehrwalder Heimatmuseum
ausgestellt und in den Leali-Brunnen an der Innsbrucker Straße
eingebaut.
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